Sayragul Sauytbay

Sayragul Sauytbay, geboren 1977 in dem autonomen kasachischen Bezirk Ili in der chinesischen Provinz Xinjiang, studierte Medizin, arbeitete zunächst als Ärztin in einem Krankenhaus und wurde später vom chinesischen Staat als Direktorin für mehrere Vorschulen eingestellt. Als die chinesische Regierung massiv gegen uigurische und kasachische Minderheiten vorgeht, reisen ihr Mann und ihre Kinder 2016 nach Kasachstan aus. Sie selbst erhält kein Ausreisevisum, wird mehrmals verhört und gezwungen, ihre Familie zur Rückkehr nach China zu bewegen, doch sie weigert sich. Sayragul Sauytbay wird verhaftet und in einem Umerziehungslager gezwungen, als Ausbilderin zu arbeiten. Dadurch erhält sie Einblick in das Innerste dieses Systems.
 
Als man ihr nach drei Tagen in Freiheit erneut das Straflager androht, flieht sie nach Kasachstan, wo ihr Prozess zu den größten Protesten in der Geschichte des Landes führt, denn auch in Kasachstan vermissen Tausende Menschen ihre Verwandten in den Straflagern Xinjiangs. Trotzdem wird sie monatelang inhaftiert, ehe Schweden ihr und ihrer Familie Asyl gewährt. 2020 wird sie vom Außenministerium der USA mit dem International Women of Courage Award ausgezeichnet für ihren außergewöhnlichen Mut und ihre Berichte über die Unterdrückung der Minderheiten in der chinesischen Provinz Xinjiang durch die kommunistische Partei Chinas.



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