Rodica Doehnert

Das Sacher

Die Geschichte einer Verführung

336 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, 13,7 x 21,7 cm


19,90 € (D) / 20,50 € (A)
ISBN 978-3-95890-043-1

Der fesselnde Roman zum TV-Event des Jahres

Der Roman zum großen Zweiteiler im ZDF

Spiegel-Bestseller

Wien 1892: Anna Sacher will das aufstrebende Hotel nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes weiterführen. Resolut und gegen alle Widerstände erklimmt die junge Witwe den Platz der Prinzipalin: »I’ bin der Herr im Haus!« Während Anna Sacher, Zigarre rauchend, umgeben von einer Schar Bullterrier und gemeinsam mit ihrem treuen Personal das Hotel zu einer Legende macht, ringen zwei Paare, die unterschiedlicher nicht sein könnten, in einer Ménage à quatre um seelische Reifung. Nach Das Adlon. Eine Familiensaga werden erneut die Räume eines legendären Hotels zum Schauplatz eines bewegenden Figurenreigens. Der Roman von Rodica Doehnert, den sie auf der Grundlage ihres eigenen mitreißenden Drehbuchs für den großen TV-Zweiteiler für die Constantin Filmschrieb, folgt seinen Figuren durch den Niedergang der europäischen Monarchie in all die Widersprüche des 20. Jahrhunderts. Die Ausstrahlung erfolgt am 27. und 28. Dezember 2016 im ORF sowie am 16. und 18. Januar 2017 um 20:15 Uhr im ZDF. Ein packendes emotionales Drama entspinnt sich zwischen den Suiten und Séparées des Hotels Sacher, als sich ein Berliner und ein Wiener Paar dort begegnen. Die schicksalhafte Verbindung dieser vier Menschen droht außer Kontrolle zu geraten, als ein düsterer Entführungsfall in den Gassen Wiens Aufsehen erregt. Was hat das verschwundene Mädchen mit dem glanzvollen Hotel zu tun?
  • Große Liebe, farbenprächtige deutsch-österreichische Geschichte, legedäres Hotel: Nach dem Adlon jetzt das Sacher
  • Der Roman zum großen TV-Event derConstantin Film
  • Verfilmt von Oliver Berben unter der Regie von Robert Dornhelm: Mit Josephine Preuß, Julia Koschitz, Florian Stetter, Robert Stadlober, Ursula Strauss, Nina Proll und Robert Palfrader
  • Neun Millionen TV-Zuschauer sahen Das Adlon. Eine Familiensaga
  • Pressekonferenz zum Erscheinen
»Hotelgeschichten fesseln die Leser seit Vicky Baums Menschen im Hotel.«                           

Rodica Doehnert im Gespräch

Was reizt Sie persönlich an Hotelgeschichten? Wir Menschen sind Reisende auf diesem Planeten, auch wenn uns das nicht immer bewusst ist. So steht das Hotel Sacher sinnbildlich für die Stationen auf unserer Lebensreise. Im Hotel leben die Menschen in einer Ausnahmesituation, entfernt von ihrem Alltag, der ihnen oftmals keine Zeit zum Nachdenken lässt. Im Hotel wird rund um die Uhr für sie gesorgt, sie brauchen sich nur um sich selbst zu kümmern. Und vielleicht schauen sie sich in dem fremden Spiegel des Hotelzimmers anders ins Gesicht als im vertrauten Spiegel daheim und fragen sich: Wer bin ich? Was will ich? Was ist meine Aufgabe auf dieser Lebensreise? Was hat Sie bewogen, den Zeitraum 1892 bis 1918 für Ihre Geschichte auszuwählen? Die Jahre, die der Roman beschreibt, stehen für den Untergang der Belle Epoque und den Beginn des Industriezeitalters. 1892 starb Eduard Sacher, und seine Frau Anna übernahm die Geschäfte des Hotels. Unter ihrer Ägide wurde das Sacher unsterblich. Hier beginnt die Geschichte, und meine beiden fiktiven Paare begegnen sich zum ersten Mal. Mehr und mehr hatte ich beim Schreiben die Einsicht, dass ich gemeinsam mit meinen Figuren den Beginn einer Zeit erlebe, die bis ins Hier und Heute reicht. Bei der Arbeit am Buch holte mein aktuelles Lebensgefühl die Geschichte ein. Vergangenheit und Gegenwart verschmolzen. Wie entstand die Idee, die Hauptstädte Berlin und Wien miteinander zu verbinden? Berlin und Wien sind die Pole einer Achse. Uns verbinden Sprache, Kultur, Dichtung, Wissenschaft. Die beiden Städte sind wie Geschwister, die getrennt voneinander aufgewachsen sind. Wir wissen: Geschwister kann man sich nicht aussuchen. Wenn man in einer komplizierten Familiensituation ein komplexes Familienerbe antreten muss und dies auch vernünftig tun will, dann hilft nur, sich zu verbinden. Ich selbst bin in Berlin aufgewachsen und betrachte mich in Temperament und Biografie als Preußin. Insofern habe ich ein Berliner Verlegerehepaar in Bezug zu einem österreichischen Aristokratenpaar gesetzt. Auch wenn ich mich als Gast in Wien sehe, tragen alle vier Figuren Persönlichkeitsanteile von mir selbst. Ich habe diese Anteile in Beziehung gesetzt und lasse sie miteinander ringen. Schon von jeher reizen mich die Wahlverwandtschaften von Goethe. Vier Menschen verstricken sich miteinander und suchen nach einer Lösung für ihre sich verändernden Gefühle. In meinem Roman nehme ich die Energie der Wahlverwandtschaften auf, transponiere sie in eine andere Tonart und fabuliere um diesen Grundkonflikt anhand von diesen beiden so unterschiedlichen Paaren. Was fasziniert Sie an Wien? Wien hat eine große Anziehungskraft auf uns Deutsche. In der Zeit, in der mein Roman spielt, war Wien der Schmelztiegel Europas. In der Stadt lebten und wirkten epochale Maler und Dichter, arbeiteten und forschten herausragende Ärzte und Wissenschaftler. Die Friedensbewegung und andere progressive Strömungen setzten sich für eine Welt ohne Krieg und den Zusammenhalt der Völker ein. Mir ist klar, dass ich längst noch nicht alle Facetten dieser wunderbaren Metropole entdeckt habe, aber inzwischen fühle ich die Stadt, ihre Menschen und ihre Geschichte. So habe ich zum Beispiel erfahren, dass der Genuss der Wiener beim Essen und Trinken, bei dem vorzüglichen Gebäck, den großartigen Weinen, der unverwechselbaren Kaffeehauskultur nicht nur ein kulinarischer Genuss ist, sondern vor allem auch ein seelischer. Ich lasse meine Figur Anna Sacher sagen: »Wenn’s wehtut, braucht der Mensch was Süßes.« Das habe ich in Wien entdeckt und auch, wie gut sich etwas bei einer Tasse Kaffee mit Likör und Schlagobers beklagen lässt. Ich glaube, auch das ist sehr wienerisch. Als Schriftstellerin fühle ich mich in Wien auf gehoben. Ich habe sehr gern im Café des Kunsthistorischen Museums geschrieben, in alter Tradition im Café Griensteidloder Café Central und natürlich im Sacher. Wo immer ich meinen Laptop aufschlug, haben die Oberkellner im meist voll besetzten Raum den besten und ruhigsten Platz für mich gefunden. Und meine stundenlange Anwesenheit bei einem Kaffee und einem Glas Wasser befördert. Das ist Wien.