Gunnar Kaiser

Die Abschaffung des Menschen

Wie das Metaversum uns überflüssig macht

ca. 304 Seiten
gebunden
13,5 × 21,5 cm

Erscheint im September 2022


22,00 € (D) / 22,70 € (A) inkl. MwSt.
ISBN 978-3-95890-516-0

Wozu Mensch sein, wenn es auch einfacher geht?
 
Der Fortschritt der letzten Jahrhunderte, vor allem in den Bereichen Medizin, Psychologie ebenso wie der Unterhaltungsindustrie und der Künstlichen Intelligenz, zeigt sich in unserem Alltag in einer andauernden Ausweitung der Komfortzone – die Welt wird bewohnbar, vor allem aber »gemütlich« gemacht. Von der (geografischen) Eroberung der Erde über das Primat der Sicherheit und Vorhersagbarkeit, die Abschaffung der Leere und der Langeweile hin zur Eroberung des menschlichen Körpers und Geistes geht die Entwicklung, die sich bereits in bedenklichen »Einzelfällen« zeigt – etwa der Digitalen Identität mit implantiertem Chip, der Einbettung von Virtual Reality und maschinengestütztem Lernen. Selbst das Glücklichsein ist zu einem Konsumartikel geworden. Das stellt uns Menschen vor die Frage, wozu es die Menschheit in ihrer jetzigen Form eigentlich noch gibt. Die Frage »Wozu überhaupt noch Mensch sein?« entpuppt sich als die wahre Frage nach der conditio humana – als eine, die das Menschsein erst ausmacht. Sobald sie nicht mehr gestellt wird, kann man von einer erfolgreichen Abschaffung des Menschen sprechen.
 
Wenn Gegenwehr gegen diese drohende Abschaffung des Menschen noch möglich ist, liegt sie in der Wiederherstellung von Bedeutung. Wir müssen begreifen, dass diese geistige Komponente nicht auf Digitales zu reduzieren ist. Der Geist des Menschen ist nämlich keineswegs bloße Informationsverarbeitung und analog zu einer Rechenmaschine zu verstehen. Ideen sind nicht Informationen, sondern verweisen auf Werte, die das Materielle übersteigen. Erst aus dieser Einsicht lässt sich Bedeutung generieren, die dem Menschen Orientierung verleiht und dem Fortschritt Grenzen auferlegt. Dies kann nicht als fortschrittsfeindliche Absage an die Technik geschehen, sondern als Philosophie der Lebenskunst, die sich auf die Bereiche fokussiert, die Bedeutung schaffen können: das Universelle, wahre Kunst, echte Gemeinschaft.
 
- Schonungsloser Blick auf Gegenwart und Zukunft: Auf welche Weise bestimmt die »Mega-Maschine« (Lewis Mumford) bereits jetzt unseren Alltag und unsere Gesellschaft
 
- Kritische Beleuchtung von Techniken, die unser Leben vermeintlich komfortabler und sicherer machen, aber die Frage nach dem, was den Menschen ausmacht, verbergen
 
- Für Leser von Homo Deus und Leben 3.0