Prof. Dr. Dr. Jan Ilhan Kizilhan

Der Kreis

Die letzte Jesidin

Roman
368 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
13,5 × 21,5 cm

Erscheint am 01.12.2022


26,00 € (D) / 26,80 € (A) inkl. MwSt.
ISBN 978-3-95890-532-0

Macht und Intrigen, Gewalt und Frömmigkeit, Männlichkeitskult und weibliche Kraft
 
Mitten hinein in die Wirren und politischen Umwälzungen während und nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches, in das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Kolonialmächten wird die kurdische Jesidin Aziza geboren. Es ist die Zeit, in der das osmanische Militär, später auch fanatische muslimische Sekten mit allen Mitteln versuchen, die Jesiden zum Islam zu bekehren. Jesidische Dörfer werden angegriffen, das Hab und Gut der Einwohner gestohlen, Frauen und Mädchen versklavt. Selbst vor den Gräbern der Jesiden wird nicht haltgemacht, die Verstorbenen werden aus- und nach islamischer Tradition erneut begraben.
 
Auch Azizas Familie wird gefangen genommen und zwangsislamisiert, Aziza in den Harem des Scheichs einer islamischen Sekte verschleppt. Doch trotz allen Leids und aller Grausamkeiten, die das Mädchen erleiden muss, lässt sie sich nicht brechen und bleibt eine aufrechte Jesidin. Nachdem ihr die Flucht aus dem Harem gelungen ist, wandert sie bis zu ihrem Tod als Heilerin von einem Dorf ins andere und hilft ihren Mitmenschen – unabhängig von ihrem Glauben und ihrer Herkunft. Als sie stirbt, ist sie bereits zu einer regionalen Legende geworden, die von Muslimen, Christen und Jesiden gleichermaßen verehrt wird.
 
Entstanden ist dieser Roman nach der wahren Geschichte der Jesidin Begê Samur (1894–1956), deren Grab bei Urfa in der Türkei heute ein heiliger Ort ist, den Menschen allen Glaubens besuchen, um für Heilung zu beten.
 
- Mit der Fantasie eines orientalischen Erzählers verknüpft der Autor auf märchenhafte Weise historische Fakten mit Fiktion und liefert tiefe Einblicke in die jesidische Kultur und Religion

- Für die Leser*innen von Rafik Shami und Michelle C. Corasanti
 
- Hochaktuell in Zeiten zunehmender kultureller und religiöser Ausgrenzung von Minderheiten
 

 

»Die Geschichte um Aziza berührt. ‚Der Kreis‘ ist ein historischer Roman und doch spiegelt er die Realität der Verfolgung der Jesiden wider. Denn sie mussten in jüngster Vergangenheit, aber auch in den letzten Jahrhunderten, immer wieder das Leid der Vertreibung, Zwangsumsiedlung und Ermordung ertragen. Umso beeindruckender sind der Mut und die Kraft der Jesidinnen wie Aziza, mit der sie ihre Kultur beschützen und sie von Generation zu Generation weitertragen.«

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft 

 

 

»Jan-Ilhan Kizilhan ist ein Licht der Empathie und Menschlichkeit in den verdunkelten Seelen vieler Jesiden, die den letzten Völkermord überlebt haben – denn es war nicht der einzige in der Geschichte der Jesiden. Kizilhan hat mit einem durch ihn etablierten Institut für Traumapsychologie in Irak bereits vielen durch Krieg und Gewaltherrschaft schwer traumatisierten Menschen helfen können – unabhängig von ihrer ethnisch-religiösen Zugehörigkeit. Sein Buch über die letzte  Jesidin Urfas zeigt, dass die Verfolgung der Jesiden nicht erst mit dem Erstarken des Dschihadismus in der Region begann. Ein einfühlsames Porträt, ein aufrüttelndes Zeugnis des Überlebens!«

Düzen Tekkal, Filmemacherin, Menschenrechtsaktivistin

 

»Durch die Fiktion veranschaulicht Kizilhan schwierige Realitäten und stößt auf eindringliche Wahrheiten über die Verfolgung der Jesiden in Vergangenheit und Gegenwart. Es ist eine Geschichte, die sich in der Geschichte unserer Gemeinschaft wiederholt und durch die herzzerreißenden und inspirierenden Charaktere, die Kizilhan zum Leben erweckt, neu erzählt wird.«

 

Nadia Murad, Friedensnobelpreisträgerin 2018, Überlebende des IS Terrors

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