Dr. phil. Christian Hardinghaus

Die verratene Generation

Gespräche mit den letzten Zeitzeuginnen des Zweiten Weltkriegs

ca. 280 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
mit zahlreichen Fotos und Abbildungen
13,5 × 21,5 cm

Erscheint im Januar 2021


20,00 € (D) / 20,60 € (A)
ISBN 978-3-95890-332-6

Der Zweite Weltkrieg aus der Sicht der letzten Zeitzeuginnen
 
Deutsche Frauen erlebten den Zweiten Weltkrieg auf eine ganz andere, oftmals kaum weniger furchtbare Weise als ihre an die Front abkommandierten Ehemänner, Söhne, Väter oder Brüder. Sie waren es, die den Rest der Familie in einer furchtbaren Zeit zusammenhalten mussten. Tage, Wochen und Monate harrten sie in Kellern oder Luftschutzbunkern aus, während ab 1942 deutsche Wohngebiete von der britischen und amerikanischen Luftwaffe dem Erdboden gleichgemacht wurden, und versuchten trotz Obdachlosigkeit, Hungersnot und Todesangst, bis zum Ende durchzuhalten.
 
Im Zweiten Weltkrieg mussten Frauen vielfältige Aufgaben erfüllen: als Luftschutz- und Flakhelferinnen, als Arbeiterinnen in Fabriken und Rüstungsbetrieben oder als Krankenschwestern an der Front. Sie verteidigten Deutschland mit allem, was sie hatten, und wurden gleichsam die ersten Opfer der einrückenden Alliierten. Allein die Soldaten der Roten Armee sollen gegen Kriegsende bis zu zwei Millionen deutsche Frauen und Mädchen vergewaltigt haben. Viele starben durch die Gewalt oder nahmen sich aus Scham selbst das Leben. Millionen wurden aus ihrer Heimat im Osten vertrieben und verloren alles. Während sie nach der Kapitulation mithalfen, die Städte wiederaufzubauen, blieben die Seelen vieler Trümmerfrauen und Kriegerwitwen für immer verletzt. Zu allem Übel mussten sie sich von den Nachkriegsgenerationen auch noch anhören, selbst an der Zerstörung schuld gewesen zu sein – schließlich hätten sie ja die Nationalsozialisten gewählt und Hitler zugejubelt. Doch haben sie das wirklich getan, und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen?
 
Nach dem Erfolg seines Buches Die verdammte Generation, in dem Christian Hardinghaus die letzten Soldaten des Zweiten Weltkriegs zu Wort kommen ließ, berichten nun die letzten Frauen dieser dunklen Zeit von physischen und psychischen Traumata, unter denen sie bis heute leiden. 12 Zeitzeuginnen sprechen schonungslos ehrlich über alles, was sie erlebt haben.
 
• Exklusive Gespräche mit den letzten lebenden Zeitzeuginnen des Zweiten Weltkriegs
• Umfangreiche Hintergrundinformationen über die Situation der Frauen an der »Heimatfront«
 
»Nach den Bomben kamen die Tiefflieger. Manche schossen mit Maschinengewehren hinten raus auf die Frauen, dann mussten wir liegen bleiben. Wer zu früh aufstand, wurde getroffen. Ich habe meine Freundin noch gewarnt, in dem Moment fiel sie tot um.« Martha, Remscheid, Juli 1943