Dr. phil. Christian Hardinghaus

Die verlorene Generation

Gespräche mit den letzten Kindersoldaten des Zweiten Weltkriegs

ca. 320 Seiten
gebunden mit Schutzumschlag
mit zahlreichen Fotos und Abbildungen
13,5 x 21,5 cm

Erscheint im September 2021

1. Auflage, 2021
20,00 € (D) / 20,60 € (A) inkl. MwSt.
ISBN 978-3-95890-382-1

Verheizt für den Führer, gezeichnet fürs Leben – der Zweite Weltkrieg aus Sicht der Kindersoldaten

Hitlers letztes Aufgebot, das Deutschland vor dem Untergang retten sollte, war minderjährig. Mit kindlichem Leichtsinn und aufgepeitscht durch die NS-Propaganda glaubten viele Hitlerjungen, dass ausgerechnet sie den Endsieg noch herbeiführen könnten, und warfen sich dafür buchstäblich vor feindliche Panzer. Etwa 200 000 Jungen ab 15 Jahren verteidigten ab 1943 als Luftwaffenhelfer deutsche Städte. Wehrmacht und Waffen-SS warben verstärkt um junge, freiwillige Helfer, bevor im Herbst 1944 der Volkssturm für alle Heranwachsenden ab 16 Jahren zur Pflicht wurde. 1945 machte die NS-Führung selbst vor 14-jährigen keinen Halt mehr und missbrauchte sie als Lückenfüller und Kanonenfutter. Nach Wehrertüchtigungslagern wurden aus Hitlerjungen verlorene Bataillone und Brigaden und sogar eine eigene Division geformt. Bis zum totalen Zusammenbruch belohnte die NS-Führung ihre minderjährigen Soldaten, die sich mörderischen Befehlen unterwarfen, mit Auszeichnungen. Allein in den letzten Kriegswochen fielen über 60 000 Kindersoldaten. Die Überlebenden leiden bis heute an verdrängten Kriegstraumata, und die meisten von ihnen konnten oder wollten nie darüber sprechen. Auch weil sie gemerkt haben, dass den jüngeren Generationen jedes Verständnis für sie fehlte – und das häufig nur, weil sie auf der falschen Seite verheizt wurden. Am Ende ihres Lebens brechen 13 von ihnen ihr Stillschweigen und berichten von ihren Kindheitserlebnissen im erbarmungslosen Häuserkampf oder in zermürbender Gefangenschaft.

Gewohnt mutig, mit präziser historischer Einordnung und dem Blick auf gegenwärtige Spannungen widmet sich Historiker Christian Hardinghaus im dritten Teil seiner „Generationenreihe" den jüngsten Kämpfern des Zweiten Weltkriegs – den heute ältesten Mitgliedern unserer Gesellschaft.


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